DMITRIDRAGILEW
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Biografie

Dmitri Dragilew — Porträtskizze

Die erste Veröffentlichung mit fünfzehn, in der Nachwuchssektion des lettischen Schriftstellerverbands; daneben die russische Redaktion des lettischen Rundfunks und die ersten eigenen Jazzbands — Literatur und Musik waren bei Dmitri Dragilew nie zwei Berufe, sondern zwei Register desselben Instruments.

Nach dem Studium in Riga, an der Franz-Liszt-Musikhochschule Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität Jena arbeitete er als Redakteur (VIA REGIA, Ru.Baschka), Kolumnist («7+7я») und Gastdozent der Europa-Universität Viadrina. Er begründete die Lesereihe EXiLIBRIS, das Eddie-Rosner-Jazzfestival und war Mitinitiator der Berliner Literaturgruppe SAPAD NAPERJOD.

1971

Riga

Geboren am 14. August in Riga. Die Mutter ist Pianistin und Konzertmeisterin am Lettischen Staatskonservatorium — das Klavier steht von Anfang an im Zentrum.

1978–1991

Riga

Musikschule, erste Wettbewerbe, eigene Kompositionen — und 1986 die erste Veröffentlichung: Nachwuchssektion des lettischen Schriftstellerverbands, Arbeit für die russische Redaktion des Staatlichen Rundfunks, erste eigene Jazzbands. Studium der Geschichte und Philosophie an der Lettischen Universität.

Riga

1991

Riga

Nach der lettischen Unabhängigkeit faktisch staatenlos — der sowjetische Pass gilt nicht mehr, ein neuer ist fern. Vier Jahre Warten auf die Ausreise.

1994

Erfurt

Emigration nach Deutschland. In Thüringen entsteht mit Radio Akzent die erste russischsprachige FM-Sendung des Landes — Dragilew arbeitet als Radiojournalist und Jazzpianist.

1990er–2000er

Weimar / Jena

Studium an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und Slawistik in Jena. 2001 erscheint der erste Gedichtband «К чаю в пять» (Tee um fünf).

2005

Berlin

Umzug nach Berlin. Lesereihen, Literaturgruppen («Запад напередъ»), Bandprojekte — die Stadt wird Bühne und Schreibtisch zugleich.

Berlin

2008–2011

St. Petersburg / Nischni Nowgorod

Die zwei großen Musikbücher erscheinen: «Лабиринты русского танго» (Labyrinthe des russischen Tango, 2008) und die dokumentarische Rosner-Biografie «Шмаляем джаз, холера ясна!» (2011).

St. Petersburg / Nischni Nowgorod

2015

Berlin

Wahl zum Vorsitzenden von SLOG, der Vereinigung russischsprachiger Autoren und Autorinnen Deutschlands. Gründung des Eddie-Rosner-Jazzfestivals folgt.

Berlin

2021

Berlin / Erfurt

Gründung des Oskar Strock & Eddie Rosner Orchestra — das Erbe der beiden Legenden, auf die Bühne zurückgeholt. Mit der Gesellschaft, deren Förderrat er vertritt.

Berlin / Erfurt

2024–2025

Kyjiw / Moskau / Berlin

Der Gedichtband «Исправленному верить» (2024) und der Roman «Некоронованные» (2025, НЛО) erscheinen — das erzählerische Hauptwerk über die Begegnung der Emigrationswellen.

Kyjiw / Moskau / Berlin

Die dritte Bühne: Radio

Radio ist die dritte Bühne: Volontär und freier Mitarbeiter der russischen Redaktion des Lettischen Rundfunks (1992–1995), dann Mitbegründer von Radio Akzent — der ersten russischsprachigen FM-Sendung Thüringens (erste Sendung 13. Januar 2000; Chefredakteur der Erfurter Redaktion 2000–2005, Koordinator der Berliner Gruppe ab 2011; 2005 Hospitanz bei «Эхо Москвы»). 2017 die Jazz-Rubrik «Шмаляем джаз!» — von Zfassman über Glenn Miller bis Strock und Rosner.

Archiv: Gerd Krambehr und Dmitri Dragilew
Archivbild: mit Gerd Krambehr

Auszeichnungen

„Was ich als Autor mache, zumindest in meinen Gedichten, aber auch in Prosa – es ist etwas anderes, es regt immer die Gemüter auf.“

Dmitri Dragilew im Zeitzeugen-Interview (zeitzeugen-exil-russland.com)